Geschichten · Lustige Geschichten

Fritz und der schlaue Plan

Fritz Fuchs tüftelt einen Trick aus, der nach hinten losgeht.

  • Veröffentlicht: 12.03.2026
  • Alter: 5–9 Jahre
  • 7 Minuten Vorlesezeit
Auf Pinterest merken

Fritz Fuchs saß vor seinem Bau und betrachtete einen leeren Korb. Er drehte ihn nach links. Er drehte ihn nach rechts. Dann setzte er ihn sich auf den Kopf.

„So“, sagte er. „Jetzt bin ich ein Pilz.“

Mimi Maus, die gerade vorbeikam, kicherte. „Ein Pilz mit Schwanz! Kommst du mit zur Waldschule?“

Im Freche-Maus-Wald gab es keine Schule mit Wänden. Die Freunde trafen sich auf einer Lichtung. Jeder konnte dort etwas zeigen, das er besonders gut konnte.

Heute wollte Piet Igel ihnen beibringen, wie man eine Wegkarte liest.

„Danach suchen wir Brunos Picknickplatz“, erklärte Mimi. „Ganz allein nach der Karte!“

Unter dem Korb zuckten zwei Fuchsohren.

„Gibt es Kuchen?“

„Apfelküchlein.“

Fritz nahm den Korb ab. „Dann interessiert mich das Lernen plötzlich sehr.“

Ein Plan mit roten Schleifen

Auf der Lichtung hatte Piet eine große Karte ausgebreitet. Darauf waren Bäume, ein Bach und einige Zeichen zu sehen.

„Eine Karte zeigt einen Ort von oben“, sagte er. „Als würdet ihr auf einer Wolke sitzen.“

Emma Eichhörnchen sprang auf einen Ast. „Ich sitze lieber hier. Wolken haben keine Lehne.“

Bruno Bär lachte so gemütlich, dass sein Bauch mitwackelte.

Piet zeigte auf eine blaue Linie. „Das ist unser Bach.“

„Und die kleinen schwarzen Tupfen?“, fragte Mimi.

„Steine.“

Fritz blickte auf die Karte. Die Linien kringelten sich. Die Zeichen sahen alle wichtig aus. Bis er das verstanden hatte, würden die Apfelküchlein womöglich alt sein.

Da entdeckte er Brunos Picknickkorb. Am Henkel hing eine rote Schleife.

Und schon bekam Fritz eine Idee.

Während Piet erklärte, wie man die Karte richtig herum hielt, schlich Fritz zu Bruno.

„Du gehst doch schon vor und bereitest das Picknick vor?“

„Genau.“

„Dann trag bitte auch meine Sitzdecke mit.“ Fritz lächelte. „Sie liegt hinter dem Haselbusch.“

Als Bruno die Decke holte, befestigte Fritz eine lange rote Wollschnur am Korb. Das Wollknäuel steckte er unter einen hohlen Baumstumpf. Zog Bruno los, würde sich die Schnur abrollen. Fritz musste ihr später nur folgen.

„Eine Kuchenleitung“, flüsterte er zufrieden. „Ganz ohne Kartenkunde.“

Bruno stapfte davon. Die rote Schnur glitt leise durchs Gras.

Fritz kehrte zu den anderen zurück.

„Alles verstanden?“, fragte Piet.

„Von oben bis unten“, sagte Fritz. „Besonders das mit dem Kuchen.“

Die Kuchenleitung macht einen Umweg

Bald bekam jeder eine kleine Karte.

Mimi hielt ihre mit beiden Pfoten fest. Emma rollte ihre zusammen und steckte sie hinter ein Ohr.

„Ihr könnt gemeinsam gehen“, sagte Piet. „Ich packe hier auf und komme nach.“

„Ich nehme einen besonders schlauen Weg“, verkündete Fritz.

„Welchen?“, fragte Mimi.

„Den verrate ich erst, wenn ich da bin.“

Er huschte zum Baumstumpf. Tatsächlich! Von dort führte die rote Schnur zwischen die Farne.

Fritz trabte ihr hinterher.

„Keine blauen Linien. Keine schwarzen Tupfen. Einfach immer der Nase nach. Oder der Wolle.“

Die Schnur lief um einen Busch herum. Dann unter einem Ast hindurch. Dann geradewegs in einen dichten Brombeerstrauch.

Fritz blieb stehen.

„Bruno passt da doch niemals durch.“

Er beugte sich vor. Zwischen den Blättern glänzten rote Schlaufen. Am anderen Ende raschelte es.

Heraus sprang Emma.

Um ihren Bauch lag die Schnur wie ein Gürtel. Hinter ihr zog sie eine lange rote Schleppe her.

„Fritz! Schau mal! Ich bin eine Festprinzessin!“

Fritz klappte den Mund auf. Dann wieder zu.

„Wo hast du die Wolle her?“

„Sie lag auf dem Weg. Ich bin hineingehüpft. Dann blieb sie an meinem Fell hängen.“ Emma drehte sich. „Jetzt tanzt sie mit.“

Die Schnur hatte sich vom Korb gelöst. Fritz konnte das lose Ende direkt neben Emmas Hinterpfote sehen.

Seine Kuchenleitung führte nicht zu Kuchen.

Sie führte zu einem Eichhörnchen.

„Das ist ungünstig“, murmelte er.

Emma zupfte die Wolle vorsichtig aus ihrem Fell. „Wofür war sie denn?“

Fritz schob mit seiner Pfote ein Blatt hin und her.

„Damit ich die Karte nicht lernen muss.“

Emma sah ihn an. Dann sah sie die Wollschleppe an.

„Dein schlauer Weg hat ziemlich viele Knoten.“

Fritz musste lachen, obwohl ihm gar nicht besonders lustig zumute war.

Gemeinsam wickelten sie die Schnur auf. Sie lösten jede Schlaufe aus den Zweigen. Schließlich lag ein zerzaustes Wollknäuel zwischen ihnen.

„Und wo sind wir jetzt?“, fragte Fritz.

Emma zog ihre Karte hinter dem Ohr hervor. Sie war eingerollt wie eine winzige Schnecke.

„Das finden wir heraus.“

Ein Fuchs lernt um die Ecke

In diesem Moment piepste es hinter dem Haselbusch.

„Huhu! Sucht ihr auch den großen Stein?“

Mimi kam mit Piet über den Weg.

Fritz hob das Wollknäuel. „Ich suche eigentlich Apfelküchlein. Gefunden habe ich einen Umweg.“

Er erzählte von seinem Plan. Auch den Teil, bei dem er nicht zugehört hatte.

Piet setzte sich neben ihn.

„Dann schauen wir jetzt zusammen. Was siehst du hier?“

„Einen Busch. Einen Baum. Noch einen Baum. Sehr viel Wald.“

„Und was hörst du?“

Fritz spitzte die Ohren.

Zwischen dem Blätterrauschen klang ein leises Plätschern.

„Den Bach!“

„Such ihn auf der Karte.“

Fritz tippte auf die blaue Linie.

„Den kenne ich noch.“

Mimi zeigte durch die Zweige. „Und dort liegt ein großer Stein.“

Neben dem Bach lag ein runder Fels. Er sah aus wie eine schlafende Kartoffel.

Auf der Karte fand Fritz einen schwarzen Tupfen direkt an der blauen Linie.

„Wir sind hier!“, rief er.

Piet nickte. „Jetzt dreh die Karte so, dass der Bach darauf in dieselbe Richtung läuft wie unser Bach.“

Fritz drehte sie. Plötzlich passten die Dinge zusammen.

Der Stein. Die kleine Brücke. Die drei Birken.

„Oh“, sagte er. „Die Karte ist gar kein Rätselbild.“

Von den Birken führte eine gestrichelte Linie bis zu einem Kreuz.

„Zum Picknick müssen wir über die Brücke und dann links?“

„Probieren wir es“, sagte Mimi.

Diesmal ging Fritz langsam. An der Brücke blieb er stehen. Er schaute auf die Karte, dann auf den Weg.

Wenig später roch es nach warmen Äpfeln.

Bruno saß auf einer Decke unter einem Baum.

„Da seid ihr ja!“

Fritz ließ sich neben den Korb plumpsen. „Mein erster Plan hat nicht funktioniert.“

„Und der zweite?“, fragte Bruno.

Fritz hielt die Karte hoch. „Hat geschmeckt. Also, gleich.“

Bruno reichte ihm ein Küchlein.

Nach dem Essen zeichnete Fritz eine eigene Karte in den Sand. Neben die Brücke malte er ein Eichhörnchen mit langer Schleppe.

„Was ist das für ein Zeichen?“, fragte Piet.

Fritz grinste. „Hier kann Ihre Kuchenleitung tanzen gehen.“

Zum Weiterdenken

Warum ging Fritz’ Plan schief? Was hat ihm geholfen, den Picknickplatz doch noch zu finden? Was würdest du deinen Freunden gern einmal zeigen oder beibringen?

geschichtevorlesenlernenmimi mauslustige geschichtenthema lernen

Weitere Geschichten