Kinderlieder · Klassiker
Ein Männlein steht im Walde
Ein gesungenes Rätsel über die Hagebutte: das traditionelle Kinderlied „Ein Männlein steht im Walde“ mit Text und Spielidee.
Liedtext
Ein Männlein steht im Walde
Ganz still und stumm,
Es hat von lauter Purpur
Ein Mäntlein um.
Sagt, wer mag das Männlein sein,
Das da steht im Wald allein
Mit dem purpurroten Mäntelein?
Das Männlein steht im Walde
Auf einem Bein
Und hat auf seinem Haupte
Schwarz Käpplein klein.
Sagt, wer mag das Männlein sein,
Das da steht im Wald allein
Mit dem kleinen schwarzen Käppelein?
(Gesprochen:)
Das Männlein dort auf einem Bein
Mit seinem roten Mäntelein
Und seinem schwarzen Käppelein
Kann nur die Hagebutte sein.
Herkunft
Den Text schrieb August Heinrich Hoffmann von Fallersleben 1843 im 19. Jahrhundert. Gesungen wird er auf eine überlieferte niederrheinische Volksweise, die um 1800 belegt ist; ihr Urheber ist nicht bekannt. Text und traditionelle Melodie sind gemeinfrei. Die abschließende Auflösung wird gewöhnlich gesprochen.
Bedeutung
Das Lied ist ein kleines Rätsel aus der Natur. Das geheimnisvolle Männlein ist kein Mensch, sondern eine Hagebutte, also die Frucht einer Rose. Ihr rotes Äußeres wird zum purpurroten Mantel, der Stiel zum Bein und die dunklen Blütenreste zum schwarzen Käppchen. Viele Kinder denken zunächst an einen Fliegenpilz; gerade deshalb lohnt es sich, die Hinweise gemeinsam anzuschauen. Singt die beiden Strophen ruhig und deutlich und macht nach jeder Frage eine kurze Ratepause. Die gesprochene Auflösung bleibt bis zum Schluss geheim. Ein Foto oder eine mitgebrachte Hagebutte hilft anschließend, die Bilder des Liedes zu entdecken.
Spielidee
Die Kinder stehen wie das Männlein ganz still und legen sich einen unsichtbaren Mantel um. In der zweiten Strophe balancieren sie kurz auf einem Bein und formen mit den Händen ein Käppchen auf dem Kopf; wer möchte, hält sich dabei fest.